Rehkitze vor dem sicheren Mähtod gerettet

Rehkitze durch aufrichtigen und engagierten Landwirt und Jäger gerettet.

Erstellt am 03.06.2021

Wer Rehkitze vor dem Mähtod retten möchte, muss früh aufstehen. Ein Bauer, der die große Wiese in der Böttinger Talaue  in Gundelsheim mähen wollte, teilte dies dem örtlichen Revierpächter Anton Schad mit. Der bat die Jäger Klaus und Julian Dickmann die 27 ha große Wiese mit der Wärmebild-Drohne nach den Kitzen abzusuchen. Pünktlich um 5.30 Uhr traf man sich am Feldweg, der zur Neckarschleife führt. Julian programmierte die Drohne mit GPS-Daten und gab das Terrain zum selbständigen Absuchen eines Wiesenteils ein. Bereits nach 3 Minuten war auf dem Bildschirm ein heller Punkt zu erkennen. Sein Vater, Klaus Dickmann, bahnte sich mit einer Plastiktrage den Weg durch das nachtfeuchte Gras zur Fundstelle. Rasch fand er das Kitz, das sich drückte und völlig ruhig verhielt. Mit Gummihandschuhen und Wiesengras nahm er es auf und legte es in das mit Gras angefüllte Behältnis. Bald drauf waren auf dem Bildschirm zwei helle Stellen zu erkennen. Die Jäger Danny Kapell und Hans Peter Schmitt suchten die Stelle auf und fanden zwei noch sehr kleine, erst kürzlich gesetzte Rehkitze. Auch diese beiden ließen sich ohne Reaktion in die Behältnisse setzen und aus der Wiese transportieren. Die Freude war groß. Die Rehkitze mussten bis nach dem Mähen der Wiese in den Kisten verbleiben. Hätte man sie zu früh in den angrenzenden Waldteil gesetzt, hätte man damit rechnen müssen, dass die Rehgeiß die Kitze wieder zurück in die Wiese führt. So nahm alles ein gutes Ende. Anton Schad dankte Vater und Sohn Dickmann für ihr Engagement. Die beiden stehen für solche Aktionen gerne zur Verfügung. Rund 5.500 Euro hatten sie für die gebraucht gekaufte Drohnenflugeinrichtung ausgegeben. Sie machen das ehrenamtlich und freuen sich über jedes aufgefundene Kitz.

Autor: Hans Peter Schmitt

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